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Ist der Mann ein Auslaufmodell?

Bild von Heblo auf pixabay

Sind wir Männer ein Auslaufmodell? Diese Frage kommt so allgemein daher, dass man sie unmöglich mit „Ja“ beantworten kann. Also nochmal und etwas seriöser: Sind Männer in ihrer Rolle als Führungsperson, sagen wir mal, als Präsident oder Premier eines Staates, ein Auslaufmodell? Dafür zumindest gibt es interessante Indizien.

Flatten the Curve!

Denn fast alle Länder, die nach Expertenmeinung in dieser Krise die Kurve bislang gut schneiden (Pandemischer Imperativ: „Flatten the curve!“), werden von weiblicher Hand regiert. Nämlich: Taiwan,  Neuseeland, Deutschland (nach zögerlichem Start), Finnland, Island. Finnland? Island? Nie davon gehört im Zuge der Krise  – und das ist nicht überraschend, denn es gibt von dort auch wenig zu berichten. Wie in den anderen oben genannten Ländern hat die Führung dort so schnell und effektiv reagiert, dass dem Virus wenig Zeit für die Einreise geschweige denn eine ausführliche Rundreise blieb.

Umgekehrt wird die intellektuell und alltagspraktisch jämmerlichste Auseinandersetzung mit der Krise von männlichen Vertretern unserer Spezies abgeliefert. B. Johnson, D. Trump und R. Erdogan, um nur ein paar Vertreter des Spitzenpersonals zu nennen, haben ihr Land verlässlich und ohne zu zögern in eine unnötig schmerzhafte und tödliche Schlacht geführt, in der jetzt andere für sie leiden dürfen.

Leadership at its worst!

Um diese tadellos unterirdische Performance hinzulegen, bedienen sich die Katastrophen-Leader vor allem eines Mittels: einer robust uninformierten persönlichen Meinung zum Virus, welche gegen wissenschaftliche Argumente weitgehend immun ist. Ein überblähtes Bewusstsein von der eigenen „uneingeschränkten Macht“ (D. Trump), welcher sich gefälligst auch die Realität unterzuordnen hat, kann dabei grundsätzlich hilfreich sein. Essentiell für diesen Führungsstil ist es aber, die Erkenntnisse und Bedenken der Wissenschaft fein säuberlich zu ignorieren.

Natürlich hatte und hat jeder dieser ruinösen Leader gute Gründe für sein spezielles Vorgehen. Genannt wird das Wohl der Wirtschaft, die Hoffnung auf eine zügig erzielte Herdenimmunität oder eine premium-genetische Ausstattung, mittels derer man sowieso immer alles besser weiß als die anderen.

Mit Ausnahme des letzten Punktes wurden die genannten Perspektiven sicherlich auch auf Seiten des weiblichen Landesführungspersonals diskutiert und erwogen. Interessanterweise hat sich dort aber die Vorsicht durchgesetzt, geleitet von dem Willen, Entscheidungen zum Wohle aller Betroffenen zu exekutieren. Mein Verdacht: Diese Mischung aus informierter Aufmerksamkeit und intelligenter Fürsorge gedeiht nur dort, wo das eigene Ego nicht im Rampenlicht steht; wo es nicht darum geht zu verschleiern, zu lügen und zu täuschen, um sich selbst zu profilieren und gut dazustehen – sondern darum, eine gute Lösung im Sinne aller zu finden.

Ego-Leadership versus XX

Dass die Ego-Leadership sich an dem Virus gerade splitternd und krachend die Zähne ausbeißt, liegt daran, dass Corona sich nicht mundtot machen lässt. Es lässt sich auch nicht weg lügen oder mit einer politischen Finte verwirren. Es ist was es ist und tut, was es tut, so lange niemand ihm mit einer adäquaten Antwort den Weg verstellt. Es scheint so, als sei der Teil der Menschheit mit dem XX-Chromosom eher in der Lage, solche angemessenen Antworten zu finden. Schade nur, dass lediglich 7% der weltweiten Landesführer diesem Zweig unserer Spezies entstammt. Aber vielleicht werden es ja bald mehr :).

One Response to Ist der Mann ein Auslaufmodell?

  1. Bernd Diefenbach 18. April 2020 at 15:10 #

    Lieber Thomas, sehr interessante Sichtweise, die Frau deutsche Bundeskanzlerin handelt, auch in dieser Krise, „aus informierter Aufmerksamkeit und intelligenter Führsorge“? Warum nicht Österreich als Gegenpart oder Schweden? Was soll mich glauben machen, dass H.Clinton die bessere Alternative zu Trump(nö, ich bin kein Fan) gewesen wäre? Wäre durch diese Frau nicht die Kriegswahrscheinlichkeit gestiegen? Nach meiner Auffassung sind entsprechende Frauen nicht weniger machtversessen wie entsprechende Männer und beide erzeugen letztendlich aller Vorraussicht nach keine unterschiedlichen Ergebnisse, sie tragen Ihre Befindlichkeiten nur unterschiedlich nach Außen. Sicher kann man konstatieren, dass das Patriachath nicht mehr in der Weise funktionert wie einst und das ist auch gut so, aber Faruen wie Frau Merkel, von der Leyen, Kramp Karrenbauer, Roth, Baerbock, Clinton usw. finde ich persönlich auch nicht wirklich „besser“ als manche Patriarchen(die ich deswegen nicht gut finde). Ich werfe mal meinen Hut für eine andere These in den Ring: Es gibt Probleme des Narzissmuses(krankhaft überzogenes Ego) „aus informierter Aufmerksamkeit und intelligenter Führsorge“ zu handeln und dieser ist sicher kein männlich fixiertes Thema;-))

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