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Glück im Kopf (2) – Reise in die Galaxie des Gehirns

glück im kopf - reise in die galaxie des gehirns - teil 2 (experiment)

Bild: ESO/IDA/Danish 1.5 m/R. Gendler and C. Thöne

Lesen Sie hier Teil 1 des Artikels …

 UND JETZT?

Nachdem sich quasi von selbst und aus dem Nichts heraus dieses massive Fundament gesetzt hatte, wartete die nächste Frage schon um die Ecke. Nämlich, wie dieses großartige Erlebnis noch mehr Raum gewinnen könnte im Alltag.

Mehr meditieren? Sich einem Profi (Guru, Meister) anvertrauen? Aussteigen aus meinem gewohnten Leben? Oder einfach keinen Kopf machen und das Leben genießen, hier und jetzt? Die Auswahl war groß, die Fragen viele. Was sich aus diesen Fragen und den daraus motivierten Raumfahrten ereignet hat, ist hier nachzulesen. Als reflektierte Erfahrungen, Tipps und Tripps oder Do´s und Dont´s. Alles selbst erlebt und als Astronaut in eigener Sache erprobt. Geboren aus der guten Absicht, im Experiment Wege und Pfade zu erkunden, die weiter hineinführen ins Glücksgebiet des mind und als solche auch für andere Raumfahrer wichtig werden könnten.

DIE LESERIN / DER LESER

Als Lesende und Mitreisende in die mind-Galaxie wünsche ich mir solche Menschen, die nach Anregungen suchen und weniger solche, die auf jemandem hoffen, der Wahrheiten verkündet. „Wahrheit“ möchte ich hier verstanden wissen als eine Einsicht, die das Leben im guten Sinne weiterbringt und erst dadurch zur Wahrheit wird, dass sie sich im eigenen Leben bewährt. Anders formuliert: Ein Hinweis, vielleicht zu einer speziellen Meditationspraxis, der dem einen eine Hilfe ist und der deshalb für ihn wahr wird, kann für den anderen schlicht bedeutungslos oder sogar falsch sein.

EIN RAUMSCHIFF NAMENS EXPERIMENT

Wer sich aufmacht in einen weiten und wenig erforschten Raum – vielleicht mit ein paar kartografischen Hinweisen in der Hand, wie sie der Autor hier vorlegt – macht Bekanntschaft mit Unsicherheiten und unklaren Sichtverhältnissen. Mit anderen Worten: er lässt sich auf Experimente ein. Nur dann kann sich Neues eröffnen.

Tut er das nicht, bleibt alles, wie es ist. Das muss nicht schlecht sein, denn niemand soll sich genötigt sehen, ohne Not aus guten Verhältnissen aufzubrechen. Aber wer mehr sucht, als ihm im Moment gelingt und auf mehr hofft, als er im Moment fassen kann, der bewegt sich mit solchen Experimenten sicher auf einer guten Bahn.

Exkurs. Keine Experimente

Aufmerksamkeit als Währung: Ich werde geliked, also bin ich!Heben wir unseren Blick für den Moment über den Horizont des privaten Experiments hinaus an, fällt auf, dass die Politik in unserem Land das Experiment scheut wie das Feuer den Löschschaum.
Aktuell sucht man vergebens einen politischen Raum, in dem neue Wege geprobt werden könnten. Obwohl wir doch längst wissen können, dass unser wachstumssüchtiges Wirtschaftssystem sich nicht mit begrenzten Ressourcen verträgt. Wir können wissen, dass eine durchdigitalisierte und durchautomatisierte Arbeitswelt die Anzahl der ausreichend bezahlten Arbeitsplätze weiter abmagern wird, und wir können wissen, dass eine zunehmend gerontofizierte Gesellschaft sich den Ast absägt, auf dem sie in der Rente sitzen möchte. Aber statt kleine, begrenzte und kontrollierbare Experimente zu unternehmen und auf diesem Weg in aller Ruhe neue Ideen, Methoden und Ansätze für die Zukunft zu casten, wird das so genannte Bewährte noch im Rollstuhl auf die Bühne gefahren, und so der Auftritt alternativer Denk- und Sichtweisen verhindert. Der Preis für diese Anti-Kinese sind Zustände der Erstarrung.
Insofern ist dieses Reisetagebuch über den Raum unseres Geistes auch ein freundliches Manifest gegen die Erstarrung in alt und gebrechlich gewordenen Zuständen. Wenn die notwendigen Reisen im Großen nicht statt finden, dann ist der Privatastronaut vielleicht umso mehr gefragt.

GLÜCK UND KONSUM

Abschließend soll nochmals der eingangs zitierte Peter Sloterdijk zu Wort kommen. Der Philosoph traut privaten Forschungsreisen in die Galaxie des mind nämlich nicht nur eine große Glücksrendite zu. Er sieht in solchen Sternenreisen die einzig verheißungsvolle Alternative zum Konsumismus unserer Zeit. In dessen Einzugsgebiet, so scheint es, nehmen die von Medien vermittelten Verdummungs- und Resignationsangebote überhand, unter deren Einfluss es leicht ist, das eigene Leben weit unter seinen Möglichkeiten zu verbringen und sich dabei noch gut unterhalten zu fühlen. Umso bewusster möchte ich das Vorrecht wahrnehmen, verheißungsvolle Reisen in Sachen eigenen Glücks zu unternehmen.

Viel Spaß und Erfolg dabei für alle, die mitreisen möchten!

LESEN SIE HIER TEIL 3 DER SERIE „GLÜCK IM KOPF“

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